217 Pedelec-Fahrende starben 2025, zwei Drittel waren 65+

Destatis zählt 2025 vorläufig 217 getötete Pedelec-Fahrende, 2015 waren es 36. Was die Zahlen zeigen und was sie nicht sagen, etwa zum Unfallrisiko.

217 Getötete2025 auf dem Pedelec (vorläufig)

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach vorläufigen Destatis-Zahlen starben 2025 im Straßenverkehr 462 Radfahrende, davon 217 auf einem Pedelec (2024: 195, 2015: 36).
  • 67,3 Prozent der getöteten Pedelec-Fahrenden waren 65 Jahre oder älter, bei Fahrrädern ohne Motor 56,3 Prozent.
  • Die Statistik erfasst keine Fahrleistung; aus den Zahlen lässt sich deshalb kein Unfallrisiko je Kilometer oder je Rad ableiten.
Inhalt
  1. Was die Statistik als Pedelec zählt
  2. Sechsmal so viele Pedelec-Tote wie 2015, weniger ohne Motor
  3. Ältere sind besonders betroffen
  4. Was die Zahlen nicht sagen

Im Straßenverkehr sind 2025 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 217 Menschen auf einem Pedelec ums Leben gekommen, 2024 waren es 195 und 2015 nur 36. Insgesamt kamen 462 Radfahrende ums Leben, 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg geht laut Destatis auf die Pedelec-Nutzenden zurück.

Was die Statistik als Pedelec zählt#

Destatis zählt als Pedelec ein Fahrrad mit Trethilfe und Hilfsantrieb bis 0,25 Kilowatt Nenndauerleistung, dessen Unterstützung spätestens bei 25 km/h endet. Schnellere S-Pedelecs erfasst die Unfallstatistik nach Angabe des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) getrennt, sie stecken also nicht in diesen Zahlen. Die Abgrenzung entspricht der im Straßenverkehrsgesetz, die der Hintergrund zur Einstufung erklärt. Welche Modelle die Datenbank als Pedelec bis 25 km/h und als S-Pedelec bis 45 km/h führt, zeigen die Klassenseiten. Bei den getöteten Radfahrenden werden auch Mitfahrende wie Kinder mitgezählt.

Zwei Datenstände laufen in den Meldungen nebeneinander. Die 217 stammen aus einer Mitteilung vom 27.04.2026 auf Basis des Monatsberichts Dezember 2025. Die endgültigen Ergebnisse vom 07.07.2026 nennen für Radfahrende nur Teilwerte, etwa zu Getöteten innerorts und zu Seniorinnen und Senioren. Beide Stände werden hier getrennt ausgewiesen.

Sechsmal so viele Pedelec-Tote wie 2015, weniger ohne Motor#

Destatis nennt für 2015 nur die Zahl der getöteten Pedelec-Fahrenden (36) und die Veränderung bei allen Radfahrenden (plus 20,6 Prozent). Daraus lässt sich die Zahl der Getöteten auf Fahrrädern ohne Motor rückrechnen:

Jahr Pedelec Fahrrad ohne Motor Radfahrende insgesamt
2015 36 rund 347 rund 383
2024 195 rund 250 rund 445
2025 (vorläufig) 217 245 462

Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. N025 vom 27.04.2026. Rechnung der Redaktion: Die Werte „rund“ und die Spalte „ohne Motor“ sind abgeleitet, weil Destatis für 2015 und 2024 nur die Veränderung der Gesamtzahl nennt (462 geteilt durch 1,206 beziehungsweise 1,038), gerundet auf ganze Personen.

Die Zahl der Getöteten auf Fahrrädern ohne Motor liegt 2025 danach rund 29 Prozent unter der von 2015, die der Pedelec-Fahrenden beim Sechsfachen. Der Pedelec-Anteil an allen getöteten Radfahrenden beträgt 2025 rechnerisch 47 Prozent. Innerorts waren es nach den endgültigen Zahlen 42 Prozent: 119 Getötete auf dem Pedelec und 166 auf dem Fahrrad ohne Elektroantrieb. Die Werte beziehen sich auf verschiedene Gebiete (alle Orte gegenüber innerorts) und Datenstände und sind nicht direkt vergleichbar.

Ältere sind besonders betroffen#

61,5 Prozent der 2025 getöteten Radfahrenden waren 65 Jahre oder älter. Bei Fahrrädern ohne Hilfsmotor lag der Anteil bei 56,3 Prozent, bei den Pedelec-Fahrenden bei 67,3 Prozent. Nach den endgültigen Zahlen vom 07.07.2026 starben 148 Seniorinnen und Senioren auf einem Pedelec und 138 auf einem Fahrrad ohne Motor.

Bei Zusammenstößen mit Fußgängerinnen und Fußgängern zeigt sich ein kleiner Unterschied in der Schwere:

Unfälle mit Personenschaden 2025 Pedelec und zu Fuß Gehende Fahrrad ohne Motor und zu Fuß Gehende
Zahl der Unfälle 1.038 3.399
Getötete je 100 Unfälle 0 0,2
Schwerverletzte je 100 Unfälle 16 14
Leichtverletzte je 100 Unfälle 119 110

Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. N025 vom 27.04.2026. Destatis spricht von „etwas häufiger“ Verletzungen bei Pedelec-Unfällen und nennt keine Ursachen.

Was die Zahlen nicht sagen#

Destatis erfasst in der Unfallstatistik nicht, welche Bevölkerungsgruppen wie viele Kilometer mit welchem Verkehrsmittel zurücklegen. Eine Quote je Kilometer lässt sich aus diesen Zahlen deshalb nicht bilden. Auch der Bestand hilft dabei nicht: Laut ZIV stieg die Zahl der E-Bikes in Deutschland von 2,6 Millionen im Jahr 2015 auf 17,2 Millionen im Jahr 2025 (Datenstück zum E-Bike-Markt), aber ein Bestand sagt nichts über gefahrene Strecken. Wer aus dem Anstieg auf ein höheres oder niedrigeres Risiko je Fahrt schließt, geht über die Datenlage hinaus.

Destatis verbindet den Anstieg mit dem E-Bike-Boom: Mehr Menschen nutzten das Rad, um von A nach B zu gelangen. Die Mitteilung nennt keine Unfallursachen für die getöteten Pedelec-Fahrenden.

Nach den vorläufigen Zahlen war jede sechste getötete Person im Straßenverkehr (16,4 Prozent) mit dem Fahrrad unterwegs. Die endgültige Gesamtzahl der Verkehrstoten beträgt 2.832, das sind 62 mehr als 2024 (2.770).

Endgültige Zahlen für alle Radfahrenden 2025 nennt die Meldung vom 07.07.2026 nicht. Destatis verweist dafür auf den Statistischen Bericht „Verkehrsunfälle 2025“ und die GENESIS-Tabelle 46241. Unfälle mit Fahrradbeteiligung je Bundesland, allerdings ohne eigenes Pedelec-Merkmal, zeigt die Karte der Fahrradunfälle.

Quellen und Datenstand (4)

Datenstand

  • Destatis, Pressemitteilungen Nr. N025 (27.04.2026, vorläufige Ergebnisse) und Nr. 238 (07.07.2026, endgültige Ergebnisse) zur Straßenverkehrsunfallstatistik 2025; eigene Berechnungen, Stand 7. Juli 2026, Lizenz Einzelzahlen mit Quellenangabe (Destatis, Pressemitteilungen); Berechnungen der Redaktion

Mehr zum Thema