Sechs Angaben im Datenblatt, die beim E-Bike-Kauf zählen
4.499 €mittlere Einstiegs-UVP der Datenbank
Das Wichtigste in Kürze
- Ob ein Rad Pedelec oder S-Pedelec ist, steht im Datenblatt als Unterstützungsgrenze (25 oder 45 km/h); davon hängen Fahrerlaubnis, Kennzeichen und Helm ab.
- Akku (Wattstunden), Gewicht und Preis sind nur vergleichbar, wenn der Bezug stimmt: Gewichte gelten mal mit, mal ohne Akku, und die UVP ist kein Verkaufspreis.
- Mittlerer Einstiegspreis in der Modelldatenbank: 4.499 Euro UVP (Median, n = 1.249, Stand 01.10.2026); laut ZIV lag der durchschnittliche Verkaufspreis 2025 bei 2.550 Euro.
Inhalt
Ein Datenblatt sagt dir nicht, ob ein E-Bike zu deinem Alltag passt. Es hilft aber, Räder nach prüfbaren Angaben zu sortieren, bevor eine Probefahrt Zeit kostet: Klasse, Kategorie, Akku, Gewicht, Bremsen und Preis. Wie weit diese Angaben tragen und wo ihr Bezug tückisch ist, zeigt dieser Hintergrund, mit Zahlen aus der Modelldatenbank von Pedelec Kompass (1.662 Modelle von 47 Herstellern, Stand 01.10.2026). Eine Kaufempfehlung ist das nicht.
Die Klasse entscheidet über die Pflichten#
Als Fahrrad gilt ein Elektrorad nach § 63a Abs. 2 StVZO mit höchstens 0,25 Kilowatt Nenndauerleistung und Unterstützung, die bei 25 km/h endet. Darüber beginnt das S-Pedelec mit Unterstützung bis 45 km/h, für das Fahrerlaubnis, Versicherungskennzeichen und Helm gelten; die Einzelheiten stehen im Hintergrund zur Abgrenzung im Straßenverkehrsgesetz. Im Datenblatt erkennst du die Klasse an der Unterstützungsgrenze. In der Datenbank sind 1.624 Modelle Pedelecs und 38 S-Pedelecs. Im Markt sind schnelle E-Bikes nach den Marktdaten des Branchenverbands ZIV eine Nische: etwa 0,5 Prozent der E-Bike-Verkäufe 2025.
Die Kategorie grenzt Ausstattung und Preis ein#
| Kategorie | Modelle | Größter Akku (Median, Wh) | UVP ab (Median, Euro) | UVP ab (mittlere Hälfte, Euro) |
|---|---|---|---|---|
| Trekking | 640 | 750 | 4.299 | 3.699 bis 5.399 |
| Mountainbike | 534 | 800 | 5.599 | 4.299 bis 7.899 |
| Stadt | 304 | 600 | 3.599 | 2.999 bis 4.399 |
| Lastenrad | 87 | 648 | 5.899 | 4.999 bis 7.999 |
| Sport | 60 | 400 | 5.949 | 4.499 bis 8.499 |
| Kompakt | 37 | 500 | 3.999 | 3.599 bis 4.097 |
Quelle: Modelldatenbank, Datenblätter von Hersteller und Handel, Stand 01.10.2026. UVP: Preisempfehlung für die günstigste Ausführung; keine Verkaufspreise, auf ganze Euro gerundet. „Mittlere Hälfte“ heißt: der Bereich zwischen unterem und oberem Quartil, in dem die mittlere Hälfte der Modelle liegt.
Die Tabelle bildet die Auswahl der Hersteller ab, nicht den Markt; die Lastenrad-Zeile schlüsselt der Datenvergleich der Lastenräder weiter auf. Die Quelle steht je Modell am Ende des Datenblatts in der Datenbank, die Einzelheiten stehen auf der Methodikseite. Trekkingräder stellen 38 Prozent der Datenbank, nach ZIV aber 24 Prozent der E-Bike-Verkäufe 2025; E-Mountainbikes 32 Prozent der Datenbank gegenüber 38 Prozent der Verkäufe (eigene Rechnung). Die Kategorien selbst sind eine Zuordnung der Redaktion nach Serie und Einsatzbereich, kein Herstellerfeld.
Akku und Licht: Wattstunden vergleichen, nicht Reichweiten#
Die Akkukapazität in Wattstunden ist die Zahl, die du über Hersteller hinweg vergleichen kannst. Reichweiten führt die Datenbank bewusst nicht, weil die Angaben der Hersteller an Bedingungen geknüpft sind; MAHLE formuliert es beim X35 selbst mit „je nach Bedingungen“. Bei der Beleuchtung sieht § 67 Abs. 7 StVZO für Räder mit Tretunterstützung eine Besonderheit vor: Hängt das Licht am Antriebsakku, muss es nach der Abschaltung des Antriebs wegen leerem Akku noch mindestens zwei Stunden mit Strom versorgt werden, oder der Motor muss als Lichtmaschine einspringen. Die Regel gilt nicht für Räder, die vor dem 1. Januar 2019 in Verkehr gebracht wurden.
Gewicht: Ohne Bezug keine Vergleichbarkeit#
Bei Gewichten wechselt der Bezug. Riese & Müller gibt sie für die kleinste Rahmengröße an, inklusive Akku, ohne Pedale und Schlosskette. Bei Gazelle steht am Cabby C380 ein Gewicht von 32,3 Kilogramm ohne Akku. Tern weist darauf hin, dass sich Gewichtsangaben auf das Rad ohne Gepäckträger und Schutzbleche beziehen können. Ein Median über alle Modelle ist deshalb nur ein grober Richtwert, weil er Angaben mit verschiedenem Bezug mischt. Die Datenbank weist bei jedem Gewicht den Bezug aus, und beim Vergleich zweier Räder lohnt dieselbe Frage: mit oder ohne Akku, welche Rahmengröße? Wie sich die Gewichtsangaben leichter Räder in der Datenbank verteilen, zeigt der Datenvergleich zu leichten E-Bikes.
Schaltung, Bremsen und ABS#
Bei den Trekkingrädern der Datenbank führen 428 von 640 Modellen eine Kettenschaltung, 89 eine Nabenschaltung, 52 ein Getriebe, 34 eine stufenlose Nabenschaltung und 13 eine automatische Schaltung; bei 24 Modellen nennt die Quelle keine Art. Bei den Bremsen sind Scheibenbremsen mit Hydraulik der Normalfall: 1.475 der 1.494 Modelle mit Bremsangabe haben sie, 18 Modelle Felgenbremsen, eines eine mechanische Scheibenbremse. ABS ist bei 86 Modellen belegt, alle laut Herstellerseite. Das Fehlen der Angabe heißt nicht, dass ein Rad kein ABS hat, sondern nur, dass die Herstellerseite es nicht nennt. Wo der Motor sitzt und warum sich Drehmomente verschiedener Bauarten schlecht vergleichen lassen, erklärt der Hintergrund zur Motorposition.
Preis und Versicherung vor dem Kauf#
Die UVP ist der Preis, den der Hersteller empfiehlt, kein Angebot. Laut ZIV drückten Rabattaktionen 2025 die Preise in fast allen Modellgruppen. Beim Dienstrad zählt die UVP trotzdem: Muss der Vorteil versteuert werden, bemessen ihn die Erlasse der Länder an der Preisempfehlung, nicht am Leasingpreis; die Regeln stehen im Hintergrund zum Dienstrad im Steuergesetz. Für Räder, die draußen stehen, lohnt vor dem Kauf der Blick auf den Versicherungsschutz: Nach der Verbraucherzentrale (Stand 18.03.2026) deckt die Hausratversicherung ein Pedelec in der Regel gegen Einbruchdiebstahl, etwa aus dem verschlossenen Keller; einfacher Diebstahl ist im Grundtarif meist nicht eingeschlossen. Zahlen zum Diebstahl liefert das Datenstück zum Fahrraddiebstahl.
Was das Datenblatt nicht beantwortet#
Ob Rahmenhöhe, Sitzposition und Lenkerform zu dir passen, klärt nur die Probefahrt. Das Datenblatt nennt zumindest die Grenzen: Tern gibt für das GSD P10 eine ideale Fahrergröße von 150 bis 200 Zentimetern und höchstens 130 Kilogramm Fahrergewicht an, Riese & Müller für das Packster 70 Touring 110 Kilogramm.
Zwei Zahlen zeigen, warum Preise ohne Bezug wenig sagen: Der ZIV nennt für 2025 einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 2.550 Euro je E-Bike über alle Verkaufskanäle, der Median der Einstiegs-UVP liegt in der Datenbank bei 4.499 Euro (n = 1.249). Beide Werte messen Verschiedenes, Verkaufspreise aller Hersteller hier, Preisempfehlungen von 47 Herstellern dort.
Quellen und Datenstand (10)
Quellen
- § 63a StVZO, Abs. 2: Fahrräder mit elektrischer Trethilfe (gesetze-im-internet.de, abgerufen 30.09.2026)
- § 67 StVZO: Lichttechnische Einrichtungen an Fahrrädern (gesetze-im-internet.de, abgerufen 30.09.2026)
- Verbraucherzentrale, Pedelecs: Welcher Versicherungsschutz ist notwendig? (Stand 18.03.2026)
- ZIV, Marktdaten der Fahrradwirtschaft 2025 (11.03.2026)
- MAHLE SmartBike Systems, X35-System (abgerufen 30.09.2026)
- Riese & Müller, Packster 70 Touring (Herstellerseite, abgerufen 30.09.2026)
- Gazelle, Cabby C380 (Herstellerseite, abgerufen 30.09.2026)
- Tern, GSD P10 (Herstellerseite, abgerufen 30.09.2026)
- Gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder zur Überlassung von (Elektro-)Fahrrädern (09.01.2020), veröffentlicht vom Bayerischen Landesamt für Steuern
- Modelldatenbank Pedelec Kompass, Datenblätter von Hersteller und Handel (Stand 01.10.2026)



